Winterhandschuhe zum Fahrradfahren

Ihr kriegt im Winter auf dem Fahrrad schnell kalte Finger? Hier ein kurzer Erfahrungsbericht mit einigen Handschuhen von Specialized und Roeckl.

Im Folgenden vergleiche ich kurz:

  • Specialized Element 2.0
  • Roeckl Vadura Trigger
  • Roeckl Verbier

Wie muss ein guter Winterhandschuh zum Fahrradfahren bieten?

  • guten Kälteschutz. Da das der wichtigste Aspekt für mich ist, werde ich mich darauf konzentrieren.
  • Beweglichkeit und Feinfühligkeit, zur Bedienung von Schalthebeln und Fahrradcomputer
  • er muss winddicht sein
  • ausreichende Länge
  • er sollte ein Wischpolster am Daumen haben
  • ein Plus ist, wenn ein Touchscreen bedient werden kann

Wasserdicht muss ein solcher Handschuh meiner Meinung nach NICHT sein. Ich persönlich fahre wenig bei Regen (wenn, dann nur kurz) und in Winterkleidung ist man ohnehin meist schnell durchgeschwitzt, also  nass. Alle 3 Handschuhe sind nicht wasserdicht.

Kältetest

Um die Handschuhe einigermaßen vergleichbar auf ihren Kälteschutz hin zu testen, bin ich jeweils eine Stunde (bzw. so lange, bis ich einen deutlichen Unterschied gespürt habe) mit jeweils einem Modell an der linken und einem anderen an der rechten Hand gefahren. Das habe ich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gemacht.

Roeckl Verbier

Roeckl Verbier
Roeckl Verbier (Bild: Roeckl)

Der Verbier ist ein Fünffinger-Handschuh mit Windstopper-Membran und kräftiger Fütterung. Er ist Roeckl-typisch sehr praktisch designt und wirklich perfekt aufs Fahrradfahren zugeschnitten.

Kältetest: Ich habe den Verbier mit dem Roeckl Vadura Trigger verglichen. Beim Verbier wurden nach einer halben Stunde sowohl meine kleiner, als auch mein Ringfinger deutlich kalt, was sich schnell zu einer unangenehmen Kälte steigerte. Mehr als eine Stunde hätte ich mit dem Verbier vermutlich nicht (komfortabel) fahren können.

Sonstiges:

  • – Kälteschutz
  • + Beweglichkeit, Feinfühligkeit
  • + winddicht
  • + ausreichend lang
  • + bequemes Wischpolster am Daumen
  • – keine Touchscreen-Bedienung möglich
  • Straßenpreis: 55 €

Roeckl Vadura Trigger

Roeckl Vadura Trigger
Roeckl Vadura Trigger (Bild: Roeckl)

Der Roeckl Vadura Trigger ist ein 3-Finger-Handschuh, d. h. kleiner Finger, Ringfinger und Mittelfinger werden zusammen umschlossen. Sozusagen ein Fäustling mit separatem Zeigefinger. Das führt dazu, dass diese 3 Finger deutlich weniger Oberfläche zur Abkühlung bieten und dadurch wesentlich wärmer bleiben.

Er ist Roeckl-typisch sehr praktisch designt und wirklich perfekt aufs Fahrradfahren zugeschnitten.

Kältetest: Zur Testprozedur siehe oben.

Im Vergleich zum Verbier bleiben kleiner Finger und Ringfinger deutlich länger warm. Der Unterschied war nach einer halben Stunde sehr deutlich spürbar.

Sonstiges:

  • + Kälteschutz
  • +/- Beweglichkeit, Feinfühligkeit
    Prinzipiell gut, wenn man nicht den Mittelfinger doch benötigt. Der Vadura Trigger funktioniert z. B. nicht gut am Rennrad (hier bremst man meist mit Zeige- und Mittelfinger), oder auch am Stadtrad, wo man aufgrund schlechter Bremswirkung in meinem Fall den Mittelfinger zum Bremsen benötigt.
  • + winddicht
  • + ausreichend lang
  • + bequemes Wischpolster am Daumen
  • – keine Touchscreen-Bedienung möglich
  • Straßenpreis: 70 €

Specialized Element 2.0

Specialized Element 2.0
Specialized Element 2.0 (Bild: Specialized)

Der Specialized Element ist ein 4-Finger-Handschuh, d. h. kleiner Finger und Ringfinger werden zusammen umschlossen. Vom Grund-Design eines Fahrradhandschuhs finde ich die Roeckl-Handschuhe etwas besser als den Specialized (Specialized hat z. B. kein Strickbündchen, was ich immer sehr angenehm finde), der Unterschied war für mich jedoch nicht ausschlaggebend.

Kältetest: Zur Testprozedur siehe oben.

Im Vergleich zum Vadura Trigger gibt es kaum Unterschiede. Nach einer knappen Stunde beim Test war der Daumen beim Specialized schön warm, beim Vadura Trigger jedoch schon leicht kühl. Der Specialized ist daher beim Kälteschutz der beste Handschuh.

Sonstiges:

  • + Kälteschutz
  • + Beweglichkeit, Feinfühligkeit
  • + winddicht
  • + ausreichend lang
  • -/+ bequemes Wischpolster am Daumen
    Es gibt ein Wischpolster, dieses ist jedoch nicht aus ganz so schönem Material wie bei Roeckl.
  • + Touchscreen-Bedienung möglich
    Etwas hakelig – aber es funktioniert!
  • Straßenpreis: 50 €

Eine ganz merkwürdige Sache beim Specialized: Man darf ihn laut Beschreibung nicht waschen (auch nicht chemisch reinigen). Recht unpraktisch für einen Handschuh. Ich werde es mal mit ausspülen versuchen 🙂

Zusammenfassung

Im Vergleich Specialized Element 2.0, Roeckl Verbier und Roeckl Vadura Trigger bietet der Specialized den besten Kälteschutz. Der Roeckl Vadura Trigger ist aufgrund seiner Fingeraufteilung nicht für das Rennrad und nur begrenzt zum Fahren eines normalen Stadtrades geeignet.

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